Real Love Dolls: Eine fast hundertjährige Geschichte

Real Love Dolls haben ihren Ursprung in der Geschichte bereits viel früher als die real love dollmeisten vermuten würden. Die Herstellung der ersten Silikonpuppe lässt sich bereits auf das frühe 19. Jahrhundert zurückdatieren.

Eben zu jener Zeit trug es sich zu, dass der österreichische Maler und Schriftsteller Oskar Kokoschka sich an die Münchener Puppenmacherin Hermine Moos wandte. Sie beauftragte er damit, eine Puppe nach dem Abbild seiner verlorenen Geliebten Alma Mahlers herzustellen. Obwohl die Puppenmacherin zu den Besten ihres Handwerks gehörte, gelang es ihr nicht, die Wünsche des Künstlers zu befriedigen. Denn mit dem künstlichen Abbild seiner verflossenen Liebe war Kokoschka alles andere als zufrieden, sodass er die Puppe schon nach kurzer Zeit wieder zerstörte.

Mittlerweile sind fast hundert Jahre vergangen und was die Herstellung von Real Love Dolls angeht, bieten sich Möglichkeiten die es zu Zeiten von Kokoschka noch nicht gab. Moderne Real Love Dolls kommen ihrem weiblichen Ebenbild bis ins Detail nach und sind so lebensecht wie noch nie zuvor. Ausgereifte Herstellungsverfahren und immer besser werdende Kunststoffe ermöglichen es zudem, die Puppen immer günstiger auf dem Markt anzubieten. Während die ersten Real Love Dolls noch echte Spezialanfertigungen waren und in der Regel nicht unter 20.000 Euro kosteten, muss man zurzeit ein Budget von 800 bis 5.500 Euro für eine qualitativ hochwertige Real Love Doll einkalkulieren. Bei besonders ausgefallenen Wünschen und Spezialanfertigungen sind natürlich nach oben keine Grenzen gesetzt. In unseren Tagen sind Real Dolls massenfähig und auch Menschen mit kleinerem Einkommen können sich die Puppen leisten. Zudem sind die Puppen lebensecht wie nie zuvor, sodass in der heutigen Zeit wohl auch Kokoschka Gefallen an einer Real Love Doll gefunden hätte.

Real Love Dolls in der Öffentlichkeit

Doch auch wenn sich Silikonpuppen einer immer größeren Beliebtheit unter Liebhabern und Sammlern erfreuen, werden sie von einem Großteil der Gesellschaft noch weitestgehend tabuisiert. Glücklicherweise nimmt diese Tendenz in den letzten Jahren immer mehr ab. So gibt es an einer Real Love Doll absolut nichts Verwerfliches. Andere Länder sind Deutschland hier schon um einiges voraus, wie einer eindrucksvolle Fotostrecke der Fotografin June Korea zeigt. Seit 2001 lichtet sie Puppen auf Bildern ab, die diesen Leben und Charakter einhauchen. Die dänische Fotografin Benita Marcussen hat eine Fotoserie mit real dolls und ihren Besitzern angefertigt und auch die Amerikanerin Stacy Leigh hat sich von den Silikonpuppen inspirieren lassen: „Average Americans Who Happen to be Sexdolls“ heißt ihr Projekt.

Mehr als ein Sextoy

Für viele Puppenbesitzer sind die lebensechten Frauen aus Silikon dabei mehr als ein bloßes Mittel zur Triebbefriedigung. Sie sind mehr als eine Masturbationshilfe und für viele Beziehungsersatz und Bezugsobjekt. Wer seine Real Love Doll verwöhnen möchte, kauft ihr Geschenke wie neue Kleider oder Schmuck. Für andere wiederum dient eine Liebespuppe als lediglich als kurzfristiger Frauenersatz. Dazu gehören beispielsweise Geschäftsreisende, die von Berufswegen häufig von ihrer Frau getrennt sind. Häufig wird uns auch davon berichtet, dass man sich im Beisein einer echten Frau nicht fallen lassen kann, da immer ein gewisser Druck und ein Anspruchsdenken besteht. Eine Sexpuppe ermöglicht es, sich gehen zu lassen und seinen Bedürfnissen freien Lauf zu lassen. Für viele bedeutet eine Real Love Doll deshalb vor allem eines – Freiheit.
So verschieden die Gründe für den Kauf einer Silikonpuppe auch sein mögen, Silikonpuppen erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Eine Tendenz, die durchaus zu begrüßen ist. Silikonpuppen ermöglichen auch den Menschen das Gefühl menschlicher Nähe, denen dieses Bedürfnis sonst verwehrt bleiben würde – sei es aufgrund von schlechten Erfahrungen, dem Mangel an Zeit oder Krankheit.

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